Der Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses kann eine herausfordernde, aber auch äußerst lohnende Entscheidung sein. Viele Käufer sehen in einem solchen Objekt das Potenzial, einen niedrigeren Kaufpreis mit der Möglichkeit zu verbinden, das Haus nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Doch bevor Sie mit der Renovierung beginnen, stellt sich oft die Frage: Wie wird die Finanzierung eines solchen Projekts überhaupt umgesetzt? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen und worauf Sie achten sollten.
1. Die Kosten im Blick behalten
Bevor Sie sich ernsthaft mit der Finanzierung befassen, ist es wichtig, einen detaillierten Überblick über die zu erwartenden Renovierungskosten zu erhalten. Dazu gehört:
- Kosten für grundlegende Instandhaltungsmaßnahmen (Dach, Heizung, Elektrik)
- Kosten für die Modernisierung (Fenster, Außendämmung)
- Innenraumgestaltung (Bodenbeläge, Wände, Küche, Bad)
- Unvorhergesehene Ausgaben (Reserve einplanen)
Eine grobe Schätzung der Kosten ist unverzichtbar, um den Finanzierungsbedarf richtig einzuschätzen.
2. Eigenkapital und staatliche Förderungen
Ein hoher Anteil an Eigenkapital kann sich stark positiv auf die Finanzierung auswirken. Üblicherweise empfehlen Banken, mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital einzubringen. Dies verringert nicht nur das Risiko für die Bank, sondern kann auch zu niedrigeren Zinsen führen. Zudem sollten Sie sich über staatliche Förderprogramme informieren:
- KfW-Förderungen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Programme zur Förderung von Modernisierungen und Sanierungen an, darunter zinsgünstige Darlehen.
- BAFA-Förderung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert energieeffiziente Sanierungen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Eine Kombination aus Eigenkapital und Fördermitteln kann die finanzielle Belastung erheblich senken.
3. Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick
Die Finanzierung eines sanierungsbedürftigen Hauses erfolgt in der Regel über verschiedene Wege:
3.1. Annuitätendarlehen
Das Annuitätendarlehen ist die gängigste Form der Immobilienfinanzierung. Hierbei zahlen Sie eine festgelegte Rate, die sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt. Die Rückzahlung erfolgt über einen bestimmten Zeitraum, typischerweise 10 bis 30 Jahre.
3.2. Bauspardarlehen
Ein Bauspardarlehen funktioniert ähnlich wie ein Annuitätendarlehen, hat jedoch den Vorteil, dass Sie zunächst einen Bausparvertrag abschließen und dort Eigenkapital ansparen. Anschließend erhalten Sie einen zinsgünstigen Kredit.
3.3. Renovierungskredit
Ein sogenannter Renovierungskredit ist eine spezielle Kreditalternative, die für Sanierungsmaßnahmen angeboten wird. Diese Kredite haben oft höhere Zinssätze, können jedoch schneller verfügbar sein.
4. Die Entscheidung für die richtige Bank
Es ist wichtig, verschiedene Banken und Kreditinstitute zu vergleichen, bevor Sie sich für eine Finanzierung entscheiden. Nutzen Sie Online-Vergleichsportale oder holen Sie sich individuelle Angebote ein. Achten Sie dabei auf:
- Zinssätze und Gebühren
- Flexibilität bei der Rückzahlung
- Zusatzangebote wie Beratung oder Immobilienbewertung
Ein persönliches Gespräch mit einem Berater kann Ihnen helfen, die besten Konditionen zu finden.
5. Planung und Zeitrahmen
Sobald die Finanzierung gesichert ist, sollten Sie einen detaillierten Plan für die Renovierungsarbeiten erstellen. Ein klarer Zeitrahmen ist wichtig, um sowohl Ihre finanziellen Mittel als auch Ihre Ressourcen optimal zu nutzen.
Berücksichtigen Sie dabei alle notwendigen Schritte, von der Genehmigung über den Bau bis zur endgültigen Fertigstellung. Halten Sie außerdem Ihre Baukosten im Auge und passen Sie den Plan gegebenenfalls an, um unvorhergesehene Ausgaben zu minimieren.
6. Absicherung der Finanzierung
Denken Sie daran, sich und Ihr Investment abzusichern. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Sie vor unvorhergesehenen Kosten durch Schäden an Dritten. Eine Wohngebäudeversicherung ist ebenfalls sinnvoll, um mögliche Schäden an Ihrer Immobilie abzusichern.
Fazit
Die Finanzierung eines sanierungsbedürftigen Hauses erfordert sorgfältige Planung und Überlegung. Von der Kostenaufstellung über die Wahl des passenden Finanzierungsmodells bis hin zur Auswahl einer Bank – jeder Schritt ist entscheidend für den Erfolg Ihres Vorhabens. Gehen Sie methodisch vor, informieren Sie sich umfassend und nutzen Sie jede mögliche Unterstützung. So wird Ihr Traum vom Eigenheim wahr – auch wenn es zunächst eine Renovierungsbaustelle ist.

